Robert Mapplethorpe

Robert Mapplethorpe, Ralph Ueltzhoeffer Textportrait
Robert Mapplethorpe, Portrait/Porträt – Textportrait – Biographie: Ralph Ueltzhoeffer 2010 [DE] [EN] (Text: 29.06.10 Wikipedia.org – Robert Mapplethorpe) Robert Mapplethorpe (* 4. November 1946 in Floral Park, Queens, New York City; † 9. März 1989, Boston) war ein US-amerikanischer Fotograf und bildender Künstler […] Text: Robert Mapplethorpe (* 4. November 1946 in Floral Park, Queens, New York City; † 9. März 1989, Boston) war ein US-amerikanischer Fotograf und bildender Künstler. Biografie [Bearbeiten] Robert Mapplethorpe wurde 1946 als drittes von sechs Kindern einer katholischen Arbeiterfamilie geboren. Nach dem Abschluss der Schule ging er auf Wunsch seiner Eltern an das Pratt Institute. Dort kam er mit der 68er-Bewegung in Kontakt. Während des Studiums lernte er auch Patti Smith kennen und verliebte sich in die damals unbekannte Musikerin und Poetin. Die beiden zogen zusammen und Mapplethorpe vertiefte seine Arbeit an eigenen Kunstwerken. Das Studium schloss er schließlich mit einem Bachelor of Fine Arts ab. Seine ersten Werke enthielten noch keine eigenen Fotos, aber oft Bilder, die er aus Büchern oder Zeitschriften entnommen hatte. Bald darauf begann er auch mit ersten eigenen Bildern zu arbeiten, die er mit einer Polaroid-Kamera aufnahm. Später sagte er über diese Zeit: „Ich fing an zu verstehen, dass Fotografie Kunst sein könnte.“ Ab Anfang der 1980er-Jahre wurde Mapplethorpe, zunächst vor allem in New York, von einem größeren Publikum wahrgenommen. Viele Persönlichkeiten ließen sich von ihm porträtieren, unter anderem Andy Warhol, Deborah Harry, Richard Gere, Peter Gabriel, Grace Jones, und Patti Smith. Es wurde „in“, sich von Mapplethorpe fotografieren zu lassen. Gemeinsam mit der Bodybuilderin Lisa Lyon produzierte er eine Bilderserie von 1980 bis 1982, die er unter dem Titel Lady Lisa Lyon 1983 veröffentlichte. Die Mehrzahl seiner Aufnahmen entstanden in seinem eigenen Studio oder in einem der unzähligen New Yorker Lofts. Dabei waren seine Aufnahmen stets schlicht, vor weißem oder schwarzem Hintergrund fotografiert. Im Gegensatz zu seinen Bildern, auf denen er Stillleben mit Blumen oder Portraits gesellschaftlich anerkannter Schauspieler und Künstler zeigt, wählte Mapplethorpe auch oder gerade kontroverse Themen. Seine Nacktarbeiten zeigten häufig homoerotische Motive, die von eher klassischen Posen bis hin zu BDSM-Szenen reichten. Mapplethorpe wurde insbesondere durch seine Portfolio X Serie bekannt. Insbesondere im angelsächsischen Raum führte die durch die US-amerikanische National Endowment for the Arts (nationale Stiftung zur Kunst- und Kulturförderung) finanzierte Ausstellung The Perfect Moment zu einer Kontroverse, nachdem bekannt wurde, dass der Künstler ein Selbstporträt angefertigt hatte, das ihn mit einer in seinen Anus eingeführten Bullenpeitsche zeigt.[1] Mapplethorpes Arbeiten wurden in den USA häufig in öffentlich finanzierten Ausstellungen gezeigt. Viele konservative und religiöse Gruppen, wie z. B. die American Family Association, protestierten regelmäßig dagegen, derartige Kunstwerke zu fördern. Der Künstler rückte in diesem Bereich, stellvertretend für die Gesamtthematik, in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion in den USA zum Thema Kunstförderung. Mapplethorpe lebte ein sehr exzessives Leben, das von Drogen und zahlreichen homosexuellen und heterosexuellen Beziehungen geprägt war. Als bekannt wurde, dass sich Mapplethorpe mit dem HI-Virus infiziert hatte, schnellten die Preise für seine Fotos in die Höhe. Im Dezember 1988 verkaufte er Fotos im Wert von 500.000 US-Dollar. Im März 1989 starb Mapplethorpe in einem Bostoner Krankenhaus an den Folgen seiner HIV-Infektion. 1990, nur ein Jahr nach Mapplethorpes Tod, führte eine Ausstellung seiner sieben sadomasochistischen Porträts unter dem Titel The Perfect Moment in Cincinnati zu einer Kontroverse über die Darstellungen. In Folge der Ausstellung kam es zu dem vergeblichen Versuch, das Cincinnati Contemporary Arts Center und seinen Direktor Dennis Barrie wegen der Ausstellung obszönen Materials (Pandering Obscenity) in einem Gerichtsverfahren zu verurteilen. Die Ereignisse wurden mit James Woods in der Rolle des Museumsdirektors unter dem Titel Dirty Pictures im Jahr 2000 verfilmt. In Japan hat das Oberste Gericht erst 2008 festgestellt, dass Mapplethorpes erotische Bilder nicht gegen das Pornografieverbot verstießen, und einen acht Jahre lang beschlagnahmten Band mit Mapplethorpe-Fotografien freigegeben.[2] Literatur [Bearbeiten] Morrisroe, Patricia: Mapplethorpe: A Biography, Da Capo Press, 1997, ISBN 0-306-80766-1 Arthur C. Danto: Playing with the Edge: the Photographic Achievement of Robert Mapplethorpe, University of California Press 1996 Gary Banham: Mapplethorpe, Duchamp and the Ends of Photography, 2002 Mark Jarzombek: The Mapplethorpe Trial and the Paradox of its Formalist and Liberal Defense: Sights of Contention, AppendX, No. 2, Spring 1994, S. 58–81 Allen Ellenzweig: The Homoerotic Photograph: Male Images from Durieu/Delacroix to Mapplethorpe, Columbia University Press, 1992, ISBN 0-231-07536-7 Robert Mapplethorpe.

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Eine Antwort zu “Robert Mapplethorpe

  1. Hat dies auf KUNST MAGAZIN rebloggt und kommentierte:

    Natürlich gab es auch im Japan der siebziger Jahre eine Gegenbewegung zu Concept- und Minimal-art; farbenfroher, expressiver Malerei und „Ob-jets trouves“ widmen sich Satoko Ma-suda und Shinro Ohtake. Tasuo Miya-jimas flackernde, digitalisierte Bestandsaufnahme der Welt könnte auch aus westlicher Künsüerhand stammen, wird aber aus unserer Sicht gern als typisch fernöstliche Meditation über Zeit interpretiert.

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