Ian Curtis

Ian Curtis, Ralph Ueltzhoeffer Textportrait
Ian Curtis, Portrait – Textportrait: Ralph Ueltzhoeffer 2010 [DE] (Text: 28.06.10 Wikipedia.org – Ian Curtis) Biographie: Ian Kevin Curtis (15 July 1956 – 18 May 1980) was the songwriter, lyricist and singer of the English post-punk band Joy Division. Joy Division released its critically-acclaimed debut album Unknown Pleasures in 1979, and recorded their follow-up Closer in 1980 […] Text: Ian Kevin Curtis (* 15. Juli 1956 in Stretford, Greater Manchester, England[1]; † 18. Mai 1980 in Macclesfield, England) war ein britischer Sänger, Gitarrist und Songwriter der englischen Post-Punk-Band Joy Division. Leben [Bearbeiten]Kindheit und Jugend [Bearbeiten]Ian Curtis wurde am 15. Juli 1956 in Old Trafford, Manchester als Sohn eines Polizeibeamten geboren und wuchs in Macclesfield auf. Er besuchte die King’s School, die er aber nach dem Erreichen der O-Levels aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit seinen Lehrern verließ. Bereits in seiner frühen Jugend machte Curtis Erfahrungen mit Drogen: Er nahm große Mengen von Medikamenten wie Valium. Während dieser Zeit zeigten sich schon erste Anzeichen seiner Epilepsie, die Curtis aber als Folge seines Drogenmissbrauchs einschätzte. Im Jugendalter entwickelte Curtis die Vorstellung, noch vor seinem dreißigsten Geburtstag zu sterben. Dieser Gedanke wurde durch seine Vorbilder wie Jim Morrison, der im Alter von 27 Jahren aufgrund ungeklärter Ursachen starb, so verstärkt, dass Curtis einen frühen Tod idealisierte. Seine Freunde gingen jedoch davon aus, dass sich diese Einstellung ändern werde, und nahmen sie nicht ernst. Allerdings war Curtis auch der einzige in seinem Umfeld, der sich unter dem Einfluss von Drogen selbst verletzte. Diese Gewalt richtete er aber immer gegen sich selbst und nie gegen andere. Arbeit und Hochzeit [Bearbeiten]Nach dem Abbruch seiner Schullaufbahn begann Curtis, bei Rare Records zu arbeiten. Später gab er diese Stelle auf und arbeitete im öffentlichen Dienst, nämlich im Verteidigungsministerium des Vereinigten Königreichs sowie bei der Manpower Services Commissions in Manchester, einer Art Arbeitsamt. Später wurde Curtis zur Arbeitsvermittlung in Macclesfield versetzt. 1979 musste er sie jedoch wegen seiner zu großen Belastung aufgeben. Am 17. April 1974 verlobte sich Curtis mit seiner Freundin Deborah Debbie Woodruff. Ihre Hochzeit fand am 23. August des nächsten Jahres in Henbury statt. Warsaw und Joy Division [Bearbeiten]Siehe auch: Joy Division Im Juni 1976 stieß Curtis zu Peter Hook, Bernard Sumner und Terry Mason, mit denen er eine Band gründete. Am 19. Mai 1977 hatten sie ihren ersten Auftritt unter dem Namen Warsaw. Der Name bezieht sich auf den Song „Warszawa“ des von Curtis verehrten Musikers David Bowie. Ihre erste EP An Ideal for Living veröffentlichte die Band im Januar 1978, jedoch unter dem Namen Joy Division, da es schon eine Londoner Band namens Warsaw Pakt gab. Im Dezember desselben Jahres – auf dem Rückweg von einem Konzert in London – erlitt Curtis einen ersten epileptischen Anfall. Nachdem die anderen Bandmitglieder ihn ins Krankhaus gebracht hatten, kam erstmals der Verdacht einer Erkrankung Curtis‘ auf. Dieser bestätigte sich nach dem Besuch eines Spezialisten im Januar 1979. Allerdings konnten die Ärzte nie eine Ursache für seine Krankheit ausfindig machen. Die Medikation, die Curtis daraufhin erhielt, verstärkte als Nebenwirkung dessen starke Stimmungsschwankungen, die sich auch in den depressiven und düsteren Texten der Band widerspiegeln. Allerdings hielt sein Umfeld Curtis’ Texte nur für einen Teil der Musik der Band. Im Rückblick sagte Bernard Sumner, ein Bandmitglied, jedoch: „Ich glaube wirklich, dass es die Tabletten waren, die ihn umbrachten. Wirklich. Ich weiß es.“ Am 16. April kam Curtis’ Tochter Natalie auf die Welt. Im übernächsten Monat erschien Joy Divisions erstes Album Unknown Pleasures. In dieser Zeit wurde Curtis’ nahes Umfeld zum ersten Mal auf dessen Textinhalte aufmerksam und ahnte, dass es sich dabei um öffentliche Hilferufe handelte. Mit der zunehmenden Popularität von Joy Division nahm auch Curtis’ Drogenkonsum wieder zu. Laut Deborah Curtis entwickelte er eine „Besessenheit für seelisches und körperliches Leiden“, so beschäftigte er sich zum Beispiel mit dem Nationalsozialismus in Deutschland. Parallel zum steigenden Ansehen der Band wurde auch die Distanz zwischen ihm und seiner Frau immer größer. Affären und Suizidversuche [Bearbeiten]Als Joy Division als Vorband der Buzzcocks auftrat, musste Curtis seinen Ganztagesjob aufgeben. Da sich so sein Stress reduzierte, war in dieser Zeit auch eine entscheidende Verbesserung seiner Krankheit festzustellen. Zu dieser Zeit hatte Curtis zugegeben, während der Tour Affären zu haben. So lernte er zum Beispiel die belgische Journalistin Annik Honoré kennen, mit der er eine längere Beziehung hatte und die seine Tour begleitete. Während der Europa-Tournee 1980 kam Curtis’ Frau Deborah jedoch hinter dessen Affäre mit der Journalistin Honoré. Auf deren Wunsch hin gab er vor, er beende die außereheliche Beziehung. In der Zeit nach dieser Trennung verstärkte sich Curtis’ Epilepsie wieder. Der Sänger hatte auch während einiger Konzerte epileptische Anfälle. Im selben Jahr unternahm Ian Curtis einen Selbstmordversuch, der aber fehlschlug. Er sagte, er habe mit der Musikbranche abgeschlossen und wolle die Band verlassen. Aufgrund des Suizidversuchs plante Joy Division eine Pause, die aber nicht zu Stande kam: Es wurde eine Amerika-Tour geplant. Im Frühjahr 1980 reichte Curtis’ Ehefrau Deborah die Scheidung ein, da sich ihre Beziehung immer weiter verschlechtert hatte. Curtis versuchte erfolglos, sie dazu zu überreden, diese zurückzuziehen. Während er also mit großen privaten Problemen zu kämpfen hatte, vergrößerte sich auch seine Angst vor der Amerika-Tour. Einerseits befürchtete er eine negative Reaktion auf seine Epilepsie, andererseits litt er unter Flugangst. Schließlich beging Curtis in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai 1980 – einen Tag vor Beginn der Tournee – in Macclesfield Suizid durch Erhängen. Curtis’ Leichnam wurde eingeäschert und am 23. Mai auf dem Friedhof von Macclesfield beigesetzt. Sein Grabstein trägt die von seiner Frau gewählte Inschrift „Love Will Tear Us Apart“ als Referenz auf das gleichnamige Lied von Joy Division. Der Stein wurde in der Nacht vom 1. zum 2. Juli 2008 von Unbekannten entwendet. Die verbliebenen Mitglieder von Joy Division formierten sich 1980 (zusammen mit der Musikerin Gillian Gilbert, der Freundin des Joy-Division-Schlagzeugers Stephen Morris) unter dem Namen New Order neu und bedienten sich anfangs teilweise der Kompositionen und Texte von Ian Curtis. Prägung und Idole [Bearbeiten]Musikalisch wurde Curtis u. a. von David Bowie, Lou Reed, Iggy Pop sowie vom Sänger und Songwriter seiner Lieblingsband The Doors Jim Morrison geprägt. Sein Interesse an Literatur spiegelt sich in den Namen der von ihm verfassten Liedtexte. So zum Beispiel „Interzone“, nach einer gleichnamigen Kurzgeschichtensammlung William S. Burroughs’ oder auch „Atrocity Exhibition“, ein Kurzgeschichtenband von J. G. Ballard. Musik [Bearbeiten]Ein Markenzeichen Curtis’ neben seinem Tanzstil war dessen markante Bass-Bariton-Stimme, welche im Kontrast zu seiner sanften Redestimme stand und den depressiven Charakter der Musik mitprägte, der Joy Division unverwechselbar machte. Gesundheitliche Probleme infolge seiner Epilepsie sowie zunehmende private Schwierigkeiten mit seiner Frau Deborah setzen Curtis in beträchtlichem Maße zu. Das vermutlich bekannteste Lied von Joy Division, Love Will Tear Us Apart, umschreibt im Liedtext Curtis’ private Situation. Literatur [Bearbeiten]Deborah Curtis: Aus der Ferne. Ian Curtis und Joy Division. Die Gestalten Verlag, Berlin, 1996, ISBN 978-3-931126-02-5 Mick Middles: Torn Apart: The Life Of Ian Curtis. Omnibus Press, London, 2006, ISBN 978-1-84449-826-0 Film [Bearbeiten]Der Film 24 Hour Party People von Michael Winterbottom über die Geschichte des Labels Factory Records aus dem Jahr 2002 beschäftigt sich in der ersten Hälfte mit der Geschichte von Ian Curtis und Joy Division. Der niederländische Fotograf und Filmemacher Anton Corbijn veröffentlichte 2007 den Film Control, eine Verfilmung des Buchs Aus der Ferne von Deborah Curtis, in dem Curtis durch Sam Riley verkörpert wurde. Grant Gee fertigte 2007 aus Archivmaterial und Zeitzeugeninterviews eine Dokumentation namens Joy Division an.

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