Nam June Paik


Nam June Paik, Portrait – Textportrait: Ralph Ueltzhoeffer 2010 [DE] (Text: 08.10.10, Quelle: Wikipedia.org – Nam June Paik) Biographie: Nam June Paik (* 20. Juli 1932 in Seoul, Südkorea; † 29. Januar 2006 in Miami, Florida) war ein aus Südkorea stammender US-amerikanischer Musiker und bildender Künstler und gilt als ein Begründer der Video- und Medienkunst. Bedeutung [www.nam-june-paik.org] Nam June Paik war ein Pionier der Videokunst, der nach eigenen Aussagen von Karl Otto Götz dazu angeregt wurde, sich auf künstlerische Art und Weise mit dem Medium Fernsehen auseinander zusetzen […] Text: Nam June Paik (* 20. Juli 1932 in Seoul, Südkorea; † 29. Januar 2006 in Miami, Florida) war ein aus Südkorea stammender US-amerikanischer Musiker und bildender Künstler und gilt als ein Begründer der Video- und Medienkunst. Bedeutung [Bearbeiten] Nam June Paik war ein Pionier der Videokunst, der nach eigenen Aussagen von Karl Otto Götz dazu angeregt wurde, sich auf künstlerische Art und Weise mit dem Medium Fernsehen auseinander zusetzen. Er war ursprünglich Komponist und studierte bei Karlheinz Stockhausen in Köln. Erst später, als Mitglied der Fluxus-Bewegung, wurde er bildender Künstler. 1962 folgten Fluxus-Konzerte in Wiesbaden, Amsterdam, Kopenhagen, Paris und Düsseldorf. 1963 installierte er in der Wuppertaler Galerie Parnaß 12 Fernsehgeräte mit technisch manipulierten Schirmbildern. Nam June Paik war von 1979 bis 1996 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, lebte aber hauptsächlich in New York. Paik wird immer wieder als „Vater der Videokunst“ bezeichnet. Doch schuf Les Levine die erste Closed-Circuit-Installation, und auch Wolf Vostell arbeitete zeitgleich an der technischen Manipulation von Bildröhren. Leben [Bearbeiten] Nam June Paik stammt aus der Familie eines koreanischen Textil- und Stahlunternehmers, die zu Beginn des Koreakrieges 1950 über Hongkong nach Tokio floh. Hier studierte Paik von 1952 bis 1956 westliche Ästhetik, Musik- und Kunstwissenschaften. Gegenstand seiner Abschlussarbeit war das Werk des österreichischen Komponisten Arnold Schönberg. Im selben Jahr setzte Paik sein Musikstudium (Musikgeschichte) an der Münchner Universität fort und studierte darüber hinaus Komposition bei Wolfgang Fortner an der Hochschule für Musik Freiburg. Von 1958 bis 1963 arbeitete er mit Karlheinz Stockhausen im Kölner Studio für elektronische Musik des WDR. Er versuchte, neue Wege für die Musik zu finden, inspiriert wurde er dabei von dem US-amerikanischen Komponisten John Cage, dem er in seiner Komposition Etude for Piano Forte 1960 die Krawatte abschnitt.[1] In den Aufführungen von Stockhausens Komposition Originale 1961 vertrat er den Beruf des Musikers. Hierbei entwickelte Nam June Paik das Konzept der „Aktionsmusik“, bei der er auch Instrumente zertrümmerte und zufällige Geräusche mit klassischen Klängen mischte, die auch u.a. auch aus Tonbandgeräten kamen.[2] Er blieb zeit seines Lebens seinen künstlerischen Anfängen im Rheinland verbunden, insbesondere der Galerie 22 in Düsseldorf und der Kölner Künstlerin Mary Bauermeister, in deren Atelier in der Lintgasse 28 er seine frühesten Arbeiten zu Gehör brachte. Als Mitglied von Fluxus trat er in den frühen 1960er Jahren mit diversen Performances auf, gelangte auf diesem Weg zur experimentellen Kunst und schließlich zur Arbeit mit Fernsehern als Kunstobjekten. Zunächst arbeitete er nicht mit Video, sondern manipulierte Fernseher, so dass sie das vorhandene Fernsehprogramm verändert und verzerrt wiedergaben. Er baute auch Klanginstallationen mit experimentell modifizierten Schallplattenspielern und Tonbandgeräten. Nachdem Sony in den späten 1960er Jahren erschwingliche Videokameras und -rekorder auf den Markt brachte, ging er dazu über, auch Videobänder zu produzieren. Bei einem „24 Stunden-Happening“ zusammen mit Joseph Beuys in der Galerie Parnass in Wuppertal am 5. Juni 1965, bei dem Paik Robot Opera aufführte, verkündete Paik: „Das Fernsehen hat uns ein Leben lang attackiert, jetzt schlagen wir zurück“. Weitere Teilnehmer waren Bazon Brock, Rolf Jährling, Ute Klophaus, Charlotte Moorman, Eckart Rahn, Tomas Schmit, und Wolf Vostell. Gemeinsam mit dem japanischen Ingenieur Shuya Abe entwickelte er einen analogen Videosynthesizer, mit dem Fernseh- und Videobilder technisch – z.B. mit Farbveränderungen – manipuliert werden konnten. Die mit dem Videosynthesizer manipulierten Bilder wurden Grundlage seiner Videoinstallationen und Videobänder. Sein Video „Global Groove“ von 1973 nahm die Ästhetik von Musikvideos vorweg. Der bekennende Buddhist Paik ironisierte 1974 seinen Glauben mit »TV Buddha«, einer Closed Circuit Video-Installation mit einer Bronzefigur von Buddha, der gegenüber einem Bildschirm sitzt und über seine live-Aufnahme meditiert, die allerdings ein seitenrichtiges Abbild zeigt [2]. In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren arbeitete er viel mit der Cellistin Charlotte Moorman zusammen. Bei einer Performance 1967 in New York, bei der die beiden Künstler bis zu Hüfte nackt aufgetreten waren, wurden sie von der Polizei festgenommen. Seit 1980 erstellte Paik hauptsächlich Multi-Monitor-Videoinstallationen, in denen er Fernsehmonitore zu Skulpturen anordnete und mehrere Videosequenzen auf ihnen simultan mit rhythmischen Umschaltungen abspielte. 1982 erregte Paik durch eine spektakuläre Installation aus 384 Monitoren im Pariser Centre Pompidou Aufsehen. 1984 nimmt er an der Ausstellung Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf teil. 1988, bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul präsentierte der Koreaner mit einem Medienturm aus 1.003 Monitoren mit dem Titel „The More The Better“ ein noch größeres Kunstobjekt. Nam June Paik wurde US-Bürger und heiratete 1977 die japanisch-amerikanische Videokünstlerin Shigeko Kubota. Er erhält die Berufung zur Teilnahme an der documenta 6 im selben Jahr in Kassel. Eingeladen durch den damaligen Kommissar für den Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig, Klaus Bußmann, erhielt Paik als Kulturnomade 1993 zusammen mit dem in New York lebenden deutschen Künstler Hans Haacke den Goldenen Löwen für den besten Länderpavillon. Nam June Paik war auch Teilnehmer der documenta 8 im Jahr 1987 in Kassel. Sonderbriefmarke der Deutschen Post zur Documenta X 1997 – Motiv: Videowand von Nam June Paik zur Documenta 8Sein Schaffen wurde mit zahlreichen Einzelausstellungen und Preisen gewürdigt. Viele seiner Objekte und Installationen sind in prominenten Museen zu besichtigen. Sein Neffe Ken Paik Hakuta leitet das Nam June Paik Studio in New York City. 1996 erlitt er einen Schlaganfall und war seitdem halbseitig gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Seine Kreativität war jedoch ungebrochen, mit Hilfe von Assistenten realisierte er seine künstlerischen Ideen. 1999 wählte ihn das ARTnews magazine zu den einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seit 2002 wird der nach ihm benannte Nam June Paik Award für Medienkunst vergeben. Paik verfügte nach seinem Ableben eine Feuerbestattung, die Urne soll nach Korea überführt werden. Die Kyonggi Cultural Foundation lud 2003 zu einem internationalen Architekturwettbewerb ein, mit dem Ziel ein Paik-Museum in Yongin (Provinz Gyeonggi-do) zu realisieren. Der Siegerentwurf der Berliner Architektin Kirsten Schemel wurde bis Ende 2008 rund 30 Kilometer südlich von Seoul in Zusammenarbeit mit der ebenfalls aus Berlin stammenden Architektin Marina Stankovic und nach mehrfacher Überarbeitung erbaut.[3] Die feierliche Eröffnung, bei der auch die Witwe Paiks zugegen war, fand im Oktober 2008 statt.[4] Werke (Auswahl) [Bearbeiten] Teil der Sammlung des ZKM Karlsruhe: 1986 Passage (2-Kanal Videoskulptur) 1989 Buddha (Bronzeskulptur) 1989 Canopus (1-Kanal Videoskulptur) 1989 Arche Noah (2-Kanal Videoinstallation) 1989 Evolution (Portfolio aus 8 Blättern) 1984 V-IDEA (Portfolio aus 10 Blättern) 1992 Versaille Fountain (Video-Plastik) 1994 Internet Dream (Videoinstallation) Auszeichnungen (Auswahl) [Bearbeiten] 1981 Will-Grohmann-Preis 1989 Kurt-Schwitters-Preis, Hannover 1991 Kaiserring der Stadt Goslar 1992 Picasso-Medaille der UNESCO 1993 Goldener Löwe für den besten Länderpavillon auf der Biennale von Venedig 1998 Kyoto-Preis 2001 Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg Literatur [Bearbeiten] Nam June Paik. Fluxus / Video, hrsg. v. Wulf Herzogenrath/Sabine Maria Schmidt, Kunsthalle Bremen 1999 Willi Blöß: Nam June Paik: Electric warrior, Aachen 2006, ISBN 3-938182-12-1 There is no rewind button for life. Hommage für Nam June Paik, hrsg. v. Wulf Herzogenrath/Andreas Kreul, Köln: DuMont Kunst- und Literaturverlag 2007 Weblinks [Bearbeiten] Literatur von und über Nam June Paik im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Autor: Tabellarischer Lebenslauf von Nam June Paik im LeMO (DHM und HdG) Nam June Paik-Studios Nam June Paik Museum Nam June Paik – Zen For Film (Video) Nam June Paik Art Center Artikel „Und ewig flimmern die Monitore“, Die Zeit, Nr. 49, 1999, über eine Retrospektive in der Kunsthalle Bremen „Monitore blicken zurück“, taz, 31. Januar 2006, Nachruf „Eier geworfen und Hosen runtergelassen“, Stuttgarter Zeitung, 31. Januar 2006, Nachruf „Nam June Paik, 73, Dies; Pioneer of Video Art Whose Work Broke Cultural Barriers“, New York Times, 31. Januar 2006, Obituary (engl.) „Nam June Paik, 74; Free-Spirited Video Artist Broke Radical New Ground“, Los Angeles Times, 31. Januar 2006 (Originaltext nur mit Registration) »Germany – my Heimat«, Die Zeit, Nr. 6, 1. Februar 2006, Nachruf.

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