Andreas Slominski


Andreas Slominski, Portrait – Textportrait: Ralph Ueltzhoeffer 2011 [DE] (Text: 12.08.09, Quelle: Wikipedia.org) Biographie: Andreas Slominski (*1959 in Meppen) ist ein zeitgenössischer deutscher Künstler.1983 bis 1986 studierte er (nach einem abgebrochenen Philosophiestudium) Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Nach einer Professur in Karlsruhe übernahm er 2004 an der Hamburger Hochschule die Nachfolge von Franz Erhard Walther. Andreas Slominski lebt und arbeit in Hamburg.Werk-Andreas Slominski ist bekannt geworden mit seinen Fallen-Objekten, die zugleich banale Alltagsobjekte und autonome Kunstwerke sind. Während die Arbeiten in den 1980er und frühen 1990er Jahren noch die Dimensionen kleinerer Skulturen hatten, wuchsen sich z.B. die Tierfallen später zu raumgreifenden Installationen aus.Wohl kein anderer Künstler hat in den 90er Jahren die Diskussion: Was ist Kunst? und Was ist keine Kunst?, so gefördert, wie Andreas Slominski. Der 1959 in Meppen geborene, an der Hamburger Hochschule für Bildende Kunst ausgebildete Künstler entwickelte sehr früh seine Markenzeichen: Fallen und Finten. Die Dinge des täglichen Lebens erscheinen ihm als großes Depot, aus dem Andreas Slominski seine bisweilen vordergründigen Objekte wählt und anschließend sorgfältig umgestaltet. So erliegt rührend anmutendes Hab und Gut an einem Kinderfahrrad einer stark veränderten Alltagswahrnehmung. Ein weiteres Beispiel für Slominskis Arbeit mit der Wahrnehmung sind Fallen, nachgebaute, neukonstruierte und ausgedachte, in ihren Proportionen veränderte Tierfallen, die durch die Konfrontation von ikonographischen Traditionen mit neuen Realitäten, die so nicht in unserer Wahrnehmung verankert sind, Irritationen hervorrufen. Hierunter fällt auch der vom Künstler konstruierte „Ofen zur Verbrennung von Astgabeln“. Die Astgabeln selbst können durch die Erinnerung an den Vorgang gedanklich wieder aktualisiert werden. Dies gilt auch für den „Sturmschadensimulator“. Er spielt hier mit der phänomenologischen Einsicht in die Verweisungszusammenhänge von Protention und Retention, die ein aktuelles Ereignis binden an die vergangenen und zukünftigen Zustände der Objekte in der Wahrnehmung. So sind auch seine Mühlen nicht nur sensible Sensoren für Winde, sondern sind auch Instrumente zur Vermittlung verschlüsselter Nachrichten.Das persönlich übergreifende Erkennen, die Überlagerung von wörtlich zu nehmender Funktion und ihrer Hintergründigkeit ist der eigentliche künstlerische Vorgang Das künstlerische Werk von Andreas Slominski gehört zu den international interessantesten und außergewöhnlichsten Beiträgen der Gegenwartskunst. Jetzt widmet ihm das Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt die bislang größte Museumsausstellung. Wie viel Farbe braucht man zum Anstreichen eines Leuchtturms oder eines Panzers? Findet mich das Glück oder will es gefunden werden? Wie erschreckt man Personen, die sich nachts im Park aufhalten? Wozu braucht es einen Ofen zum Verbrennen von Astgabeln und was hat ein Fußball mit einem Kinderschädel zu tun? Das, was den Künstler umtreibt, könnte man ganz allgemein als Feldforschung beschreiben – ein ästhetisches und grundsätzliches Erkunden von Wahrnehmungen beiläufiger Art. Noch in den einfachsten Dingen und Geräten entdeckt Slominski die Gestaltfähigkeit. Mit scharfer Beobachtungsgabe, List und Tücke findet er absurde Lösungen für Probleme, die andere noch gar nicht erkannt haben, und damit überrascht und verstört er sein Publikum. Häufig haben seine Werke einen doppelten Sinn: „Man kommt in einer Welt an, in der alles auf dem Kopf steht, in der alle Erwartungen ins Gegenteil verkehrt werden, in der Komödie schnell zur Tragödie wird und umgekehrt, wo an jeder Ecke Fallen lauern, jederzeit bereit, den Betrachter zu übertölpeln, zu peinigen oder auch zu erfreuen.“ (Nancy Spector) Ofen zum Verbrennen von Astgabeln, 1997 (Bild: Axel Schneider) Die Ausstellung im MMK versammelt Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren, vor allem neue, raumbezogene Installationen. Sie erstreckt sich über alle drei Ebenen des Museums und steht in engem Kontext zur übrigen Sammlung. Seit 1991, dem Eröffnungsjahr des Museums, verfolgt das MMK Slominskis künstlerisches Schaffen und konnte bislang mehr als vierzig beispielhafte Werke für seine Sammlung erwerben – von den akribisch gebügelten, gefalteten und sorgfältig gestapelten Staub-, Wisch- und Spültüchern über die Fahrräder, bepackt mit dem Hab und Gut von Obdachlosen bis hin zu einer Weihnachtsdekoration für Frühling, Sommer und Herbst. Eine Reihe von Arbeiten, die anlässlich dieser Ausstellung entstanden sind, bezieht sich direkt auf die Kulturgeschichte der Stadt Frankfurt und der Region. Ein eigener Raum widmet sich der aktuellen Werkgruppe bunter und schriller „Styroporbilder“. Sie kommentieren das, worüber heute alle reden wollen: die Malerei. In der vom MMK vorgenommenen Auswahl erweist sich die bestechende Radikalität von Slominskis Werken, die der zeitgenössischen Kultur mit hintergründigem Humor einen entzerrenden Spiegel vorhalten.

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