George Harrison


Titel: „George Harrison“, Text Portrait von Ralph Ueltzhoeffer, Digitalprint (C-Print) auf Fotopapier auf Aludibond aufgezogen. (20 x 28 cm). Courtesy A. Poe, Blum Roberts, Exhibition No. 120-5, Ralph Ueltzhoeffer (George Harrison).

George Harrison, Portrait – Textportrait: Ralph Ueltzhoeffer 2011 [DE] (Text: 27.10.10, Quelle: Wikipedia.org) Biographie: George Harrison, MBE (* 25. Februar 1943 in Liverpool, England; † 29. November 2001 in Los Angeles, Kalifornien) war ein englischer Musiker und Komponist. Bekannt wurde er als Leadgitarrist der Beatles.

Texte zur Kunst:

Charakter der Gegenstände – Kunst als Verlangen unserer Zeit.

Die Schallplatte im Zentrum der Komposition wird hinten von einem querrechteckigen Kartonstück und vorn von zwei Klötzchen aus demselben Material gehalten, das normalerweise schützt und Stösse abfängt. Diese leichte, fragile Konstruktion hält die Schallplatte in vertikalem Gleichgewicht, ohne sie zu stark einzuengen: Während nämlich der Karton auf der Rückseite kaum drei Viertel ihrer Höhe erreicht, haben die beiden Elemente vorn nur die Grosse von Zigarettenschachteln. Trotz ihrer Kleinheit muten sie wie Lautsprecher an, d. h. wie die beiden «Boxen» einer Miniaturstereoanlage. Jeweils von einem Stück Klebeband zusammengehalten, erkennt man in ihrem Inneren mehrere Lagen Wellpappe. Das Ganze ruht auf einer waagerechten Unterlage und wird im Vordergrund von der Präsenz eines Tierknochens beherrscht, der auf einem Knauf sitzt. Sockelzone, Schallplatte, Kartonelemente und Knochen sind mit brauner Farbe («ßraun-Icreuz»1) bedeckt, die mit dem dunklen Knauf, den Seitenrändern der Sockelplatte und einem unbemalten Stück der Tonkonserve kontrastiert.2 Indem die homogene, pastose Farbschicht das Objekt nicht durchgängig überzieht, um das Werk zu vereinheitlichen, wird der Charakter der Gegenstände nicht völlig verdunkelt, denn es bleiben Stellen frei, die aufschlussreich sind. Der Hang zur Monochromie unterstellt eine allen Elementen gemeinsame Substanz.

Dank der farblichen Unterbrechungen und dank des Wechsels viereckiger und runder Teile (Sockel, Kartonstück bzw. Schallplatte und Knauf, beide überdies teils bzw. ganz schwarz) wird alles Vordergründige vermieden, während im Knochen beide Aspekte (nämlich die Unmittelbarkeit des Objektes und seine Verfremdung durch die Einfärbung) vereint sind. Die durch regelmässige Anordnung der einzelnen Elemente angedeutete Symmetrie unterliegt einer Reihe minimaler Variationen, die sie schliesslich aufheben: Das ganze Ensemble ist leicht schräg auf der Grundplatte postiert: der Abstand der Schallplatte von der Haltekonstruktion ist links grösser als rechts; das Klebeband ist auf den beiden Kartonboxen ungleich montiert. In einer Musikbox, einer Art automatischem Kollektivgrammophon, sind die Schallplatten senkrecht angeordnet, und das erklärt ihre aufrechte Stellung in diesem Werk.

Darin unterscheidet es sich vom «Stummen Grammophon» von 1961, das einen normalen Plattenspieler vergegenwärtigt, wobei auch dort ein Knochen als Tonarm fungiert. Diese Arbeit stammt aus der Zeit vor der Annäherung an «Fluxus» und belegt das eigenständige Interesse, das Beuys für die Musik, aber auch für die Probleme hatte, die aus der Trennung der Klangkörper von ihren Funktionen, vor allem ihren kommunikativen, erwuchsen.3 Zahlreiche Werke von Beuys umkreisen dieses Thema. Dabei ist die Dialektik von Platte und Knochen von ausschlaggebender Bedeutung. Erstere ist Produkt einer technisierten Menschheit, fähig, die Sphäre der letzteren zu manipulieren. Der Knochen dagegen stammt direkt aus der Natur und erfüllt sich erst anthropologisch mit Sinn. Die Nähe zwischen diesen beiden Spannungspolen von Natur und Technik, zwischen denen die menschliche Existenz oszilliert, wird in dieser Skulptur so anschaulich, dass sie einen naheliegenden Kurzschluss erzeugt.

Die offensichtliche Unbrauchbarkeit von Gegenständen.

Mit der Verbindung von Schallplatte und Knochen vereint Beuys nämlich Vergangenheit und Zukunft und führt in das Werk die Idee von Zeit, von Dauer ein. Das Konzept wird unterstrichen durch die offensichtliche Unbrauchbarkeit des Geräts zur Erzeugung von Tönen. Alle von Beuys verwendeten Instrumente sind von Anbeginn stumm oder sind es einmal dadurch geworden, dass er sie als Aktionsrelikte gleichsam in der Hülle ihrer Objekthaftigkeit einbalsamierte. Was aber ist Stille, wenn nicht Dauer einer Pause, Unterbrechung von unbestimmter Länge, den Gesetzen der Zeit unterworfen? Um Negation handelt es sich nicht, vielmehr wird auf einen potentiel- len Ton, quasi einen im Hintergrund verborgenen Laut verwiesen. Aus dem Ruhezustand, in den das Instrument gezwungen ist, erwächst keine absolute Stille, wo doch die Luft immer von Schwingungen erfüllt ist, die wahrgenommen werden können, sobald eine bestimmte Geräuschquelle zum Verstummen gebracht wurde. Schweigen ist die Voraussetzung, um Aufmerksamkeit bzw. Gehör zu schenken und einem oder mehreren anderen Ausdrucksmöglichkeiten zu gewähren. Ausserdem kann bekanntlich die mangelhafte physiologische Aktivierung eines Sinnesorganes die Empfänglichkeit der anderen steigern, und an diesem Punkt setzt Beuys an, um jene starken Phänomene zu evo-zieren, die er als «Gegenbilder» bezeichnet.

*Literaturnachweise: George Harrison.
*Portrait/Biographische Texte: George Harrison, Ralph Ueltzhoeffer.
*Portrait (Lizenz): Frei (George Harrison, Ralph Ueltzhoeffer).
*Biographie: George Harrison (Wikipedia).
*Portrait-Kunst: Ralph Ueltzhoeffer/Textportraits/Biographieportraits.
*Kunstprojekt: „Textportrait“ (George Harrison).

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