Jimi Hendrix


Titel: „Jimi Hendrix“, Text Portrait von Ralph Ueltzhoeffer, Digitalprint (C-Print) auf Fotopapier auf Aludibond aufgezogen. (100 x 140 cm). Courtesy A. Poe, Blum Roberts, Exhibition No. 122-2, Ralph Ueltzhoeffer (Jimi Hendrix).

Jimi Hendrix, Portrait – Textportrait: Ralph Ueltzhoeffer 2011 [DE] (Text: 19.11.09, Quelle: Wikipedia.org) Biographie: James Marshall „Jimi“ Hendrix (* 27. November 1942 in Seattle, Washington; † 18. September 1970 in London) war ein US-amerikanischer Gitarrist und Sänger. Jimi Hendrix gilt wegen seiner experimentellen und innovativen Spielweise auf der E-Gitarre als einer der bedeutendsten Gitarristen und hatte nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der Rockmusik. […]

Texte zur Kunst:

Körperproportionen in der Portrait-Kunst

Das schwergeliebte Stofftier zeigt deutlich die Spuren des Gebrauchs als Kinderspielzeug.1 Das abgenutzte graue Tuch ist handgenäht und verweist auf ein mit viel Liebe selbstgemachtes Kinderspielzeug, im Vergleich zu industriell gefertigten Steifftieren. Der Elefant trägt grosse Stosszähne, sein linkes Ohr (ein schmerzlicher Verlust) ist abgefallen und liegt auf der Sitzfläche eines zusammenfaltbaren Stuhls. Die graue Elefantenhaut korrespondiert dabei mit dem Ledermaterial des Sitzes und der Rükkenlehne. Möglicherweise handelt es sich um ein Spielzeug aus Beuys‘ eigener Kindheit, denn der Datierung des Werkes nach liegt es noch vor der Geburt von Beuys‘ Kindern Wenzel (1961) und Jessyka (1964).

Menschen als Bildgegenstand

Das «Mammut» als Begriff erweitert den Bedeutungshof des Werkes als Skulptur und verkörpert eine Vorstellung von der Erd-und Lebensgeschichte der Menschen. Ein Säugetier, das, bevor es vor 10 000 Jahren ausstarb, von unseren Vorfahren für Kleidung, Nahrung und Behausung gejagt wurde, und das heute allenfalls als ausgestopftes Exemplar in naturhistorischen Museen zu finden ist. Das Mammut lebte in den Steppen und Tundren Eurasiens und Nordamerikas, und vollständig erhaltene Exemplare fanden sich im sibirischen Dauerfrostboden. Als bevorzugtes Jagdwild der Eiszeitmenschen ist es durch zahlreiche Darstellungen bis hinein in unsere Schulbücher bekannt. Als Kinderspielzeug verweist der Stoffelefant gleichfalls in die zurückliegende Lebensgeschichte des erwachsenen Menschen. Und sie liegt in Gestalt des Stofftieres zurückgelassen, fast einsam auf dem Stuhl. Andererseits thront der Elefant als mächtiges Tier wie ein Herrscher auf seinem Sockel.

Ein verletztes Tier, Kind und König zugleich. Der Stuhl selbst lässt eher an Camping oder mobiles Wohnen denken, erinnert aber auch an klassische Regiestühle. Das Kind, sprich: der Elefant als Regisseur. Der Stuhl repräsentiert ganz generell die menschliche Figur. Er ist das Möbelstück par excellence, das neben Tisch und Bett die Körperproportion auf beispielhafte Weise beschreibt. In der Kunst des 20. Jahrhunderts gibt es daher zahlreiche Beispiele, die dieses, wenn auch abstrakte Bild für den Menschen als Bildgegenstand wählen (z. B. Bruce Nauman). Im Werk von Beuys bildet das «Mammut» eine Vorstufe zum «Stuhl mit Fett» von 1963, der durch seine Position in der Raumfolge des Darmstädter «Block Beuys» zum Dreh- und Angelpunkt des gesamten Ensembles wird und der in diesem Sinne eine noch radikalere Formulierung darstellt.

Der Stuhl mit dem Stofftier wirkt eher verlassen vom Menschen als ein Repräsentant der menschlichen Figur, wie dies die Keilform aus Wachs beim Fettstuhl verkörpert. Als dritter werkimmanenter Vergleich sei noch das Stuhl-Objekt «Zeige deine Wunde» von 1975 aus der Sammlung Brandhorst erwähnt. Der bekannte gleichnamige Titel eines raumplastischen Ensembles im Münchener Lenbachhaus tritt bei diesem Werk in Form eines mit weisser Kreide geschriebenen Schriftzuges auf der Sitzfläche eines einfachen, ansonsten völlig leeren, gebrauchten Holzstuhles in Erscheinung. Im Vergleich zu diesen beiden Stuhl-Objekten hat dieses hier ausgestellte Werk mit dem Stofftier etwas Rührendes an sich. Jeder kennt den grossen Schmerz eines Kindes, den es empfindet, wenn dem allerliebsten Spielzeug – in diesem Fall dem Elefanten – gar ein Ohr abfällt. Die Wunde wird bildhaft zweifach in diesem Werk angesprochen.

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