Maria Callas


Titel: „Maria Callas“, Text Portrait von Ralph Ueltzhoeffer, Digitalprint (C-Print) auf Fotopapier auf Aludibond aufgezogen. (100 x 140 cm). Courtesy A. Poe, Blum Roberts, Exhibition No. 129-1, Ralph Ueltzhoeffer.

Maria Callas, Portrait – Textportrait: Ralph Ueltzhoeffer 2011 [DE] (Text: 11.09.10, Quelle: Wikipedia.org) Biographie: Maria Callas (eigentlich Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulou, * 2. Dezember 1923 in New York; † 16. September 1977 in Paris, Frankreich) war eine griechischstämmige Sopranistin. Sie gilt, trotz einer vergleichsweise kurzen Karriere, als die bedeutendste Opernsängerin des 20. Jahrhunderts. […]

Texte zur Kunst:

Portrait II: Lichtwirkung, Ton-in-Ton-Abstufungen der Farben.

Das Objekt «Tisch (1 Pole)» besteht aus einem aus unbearbeitetem Bauholz zusammengebauten Tischgestell, das durch die Längsverbindungen unterhalb der Tischbeine durch Holzlatten, die wiederum durch eine Querlatte verbunden sind, stabilisiert wird. Auf der in das Tischgestell eingelegten schieferfarbenen Platte, die mit einem Holzrahmen gerahmt ist, liegt eine (nicht aufgezogene) querformatige Leinwand mit einer in braun bis braunroter, schwarzer Ölfarbe und deren Mischungen ausgeführten Malerei. Die verschiedenen Ton-in-Ton-Abstufungen der Farben lassen darauf schliessen, dass es Beuys in erster Linie um die «Lichtwirkung» von Farben ging.

Franz Joseph van der Grinten hat in seinem Aufsatz über Beuys als Maler auf den aquarellierten Auftrag auch von Ölfarbe und seine transparente Wirkung hingewiesen.1 Als organischer Träger von Farbpigmenten gehört die Farbe zu Materialien wie Wachs, Fett, Filz usw.; die Fettränder, die beim Antrocknen der Ölfarbe stehengeblieben sind, geben den Farbträger zu erkennen. An der Längsseite der Leinwand – ob sie nun oberhalb oder unterhalb liegt, ist gleichgültig – liegt eine grosse Glasscherbe, die ebenfalls mit braun bis braunroter Farbe bemalt ist.

Kristallin und organisch – Ort der Kommunikation.

Der im Bereich der Berührung mit der Leinwand schwarz bemalte Teil zieht, mit den schwarzen Linien auf der Leinwand zusammenwirkend, die verschiedenen Maluntergründe formal zusammen. Die Form der Glasscherbe wiederholt modulierend die schwarze polymorphe Form auf der Leinwand, die auf der braunroten Farbfläche skulpturhaft wirkt. Der Materialgegensatz von Ölfarbe, Leinwand und Glasscherbe als Darstellung der für Beuys im intuitiven Denken interaktiv verbundenen Prinzipien «kristallin und organisch» wird durch die Präsentation auf dem Tisch nochmals in seiner «Plastischen Theorie» lokalisiert bzw. kontextualisiert. Der gereinigte Zustand der Tischplatte betont im Gegensatz zu dem mit Gebrauchsspuren (Bleistiftnotizen, Farbspuren) belassenen Tischgestell die präsentative Funktion des Tisches, der nun in einem modifizierten Sinne als Arbeitstisch benutzt werden soll: Der Tisch bezeichnet einen Ort, an dem (potentiell) eine Diskussion stattfinden kann, d. h. an dem Menschen zusammentreffen können, um, wie z. B. auch an dem zu der «Wer/csfatf» gehörenden «Hirschdenkmal» (1982), «über die entscheidenden Gesichtspunkte zu sprechen. Ein Ort der Kommunikation also:

«Nehmen wir einen grossen Platz oder einen Tisch, da wird die Form daraufgestellt und alle Menschen schauen sich diese Form an und sprechen darüber. Die Form kann eine Zeichnung, etwas Gemaltes oder ein Objekt sein. Wichtig ist, dass der Tisch die potentielle Funktion der Veröffentlichung der Arbeiten des Künstlers und zugleich der Gedanken der Betrachter übernimmt, die um den Tisch herumstehen. Beuys wollte keinen isolierten, schweigend vor sich hin sinnenden und von Kunstwerk zu Kunstwerk gehenden Einzelbetrachter, sondern wünschte sich eine Vielzahl von miteinander sprechenden Betrachtern.

Dieses betrachterbezogene künstlerische Konzept liegt in seiner Entscheidung begründet, aus der Einsamkeit des Ateliers an die Öffentlichkeit zu treten. Die künstlerischen Arbeiten nicht bei sich zu behalten, war für sein künstlerisches Handeln, d. h. für seine Setzungen ausschlaggebend, denn «man muss verstehen lernen, dass das, was der Mensch zu vollziehen hat ist: nach Formen zu suchen, seinen Produkten eine Form abzuringen, die der Form dadurch würdig sind, dass er sie den anderen zeigt, dass die Form also veröffentlicht wird und nicht für sich behalten wird, so dass sie alle Menschen sehen können. Er kann also keinen exklusiven, eingeweihten oder durch Kennertum ausgewiesenen Betrachter gemeint haben. Es ist interessant, nach umgangsprachlichen Entsprechungen seiner künstlerischen Handlungen zu suchen, so wie er z. B. im Fall der «Werkstatt» seinen kommentierenden Text mit dem «Jetzt geht es um die Wursf»-Satz überschrieben hat, der, durch den begrifflichen Filter gezogen dann «Jetzt geht es um DAS GANZE» lautet. Man kann auch «eine Sache (wieder) auf den Tisch bringen oder vom Tisch bringen oder vom Tisch haben wollen», wenn etwas bearbeitet, ein Problem gelöst werden soll. Der Sinn dieser Formulierung ist für viele Menschen zugänglich, ohne dass sie sich qleich in der Begriffswelt von Joseph Beuys auskennen müssen.

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Eine Antwort zu “Maria Callas

  1. Hat dies auf KUNST MAGAZIN rebloggt und kommentierte:

    Das Land der verschwiegenen Tempel und Gärten kommt somit ebenso vor wie das Land der Elektronik. Und diese Widersprüche zwischen Tradition und überbordender Moderne kennzeichnen auch viele der ausgestellten Arbeiten.

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