Karl Lagerfeld – Biographie Portrait

Karls Lagerfeld - Ralph Ueltzhoeffer 2014

Titel: “Karl Lagerfeld”, Text Portrait von Ralph Ueltzhoeffer, Digitalprint (C-Print) auf Fotopapier auf Aludibond aufgezogen. (100 x 140 cm). Courtesy A. Poe, Blum Roberts, Exhibition No. 175-6, Ralph Ueltzhoeffer.

Karl Lagerfeld, Portrait – Textportrait: Ralph Ueltzhoeffer 2013 [DE] (Text: 07.03.13, Quelle: Wikipedia.org) Biographie: Karl Otto Lagerfeld (* 10. September 1933[1][2] in Hamburg als Karl Otto Lagerfeldt) ist ein deutscher Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner. Leben Gut Bissenmoor, 1908 Lagerfeld in einem für ihn typischen Outfit der 2010er Jahre, 2011 Lagerfeld wuchs als Sohn des Hamburger Kondensmilch-Fabrikanten (Glücksklee-Milch GmbH) Otto Lagerfeldt[3] und dessen Frau Elisabeth in wohlhabenden Verhältnissen auf. Nach eigenen Aussagen blieb das Verhältnis zu seiner Mutter sein Leben lang recht distanziert. Andererseits sei die Beziehung – mehr als die losere zu seinem Vater – von bewunderndem Respekt geprägt gewesen. Von seiner Mutter habe er vieles gelernt, zum Beispiel „die richtigen Antworten zu geben“. „Meine Eltern fand ich toll“, äußerte Lagerfeld einmal. Sein Geburtsjahr gab er öffentlich mit 1938 an, neuerdings mit 1935.[4][5] Bild am Sonntag veröffentlichte im Jahr 2008 jedoch Auszüge des kirchlichen Taufregisters Hamburg sowie Kommentare seiner Lehrerin und eines Klassenkameraden,[6] die als sein Geburtsjahr 1933 angaben.[7] Am 10. September 2008 ließ sich Karl Lagerfeld gleichwohl zum „70. Geburtstag“ gratulieren. Entsprechendes geschah im Jahr 2003 zu seinem „65.“. Einige Medien richteten sich nach den Angaben des Modeschöpfers, andere nicht. Am 7. Juli 2013 meldete die „Welt am Sonntag“, das wahre Geburtsdatum von Lagerfeld sei der 10. September 1933. Die Information stützt sich auf ein Buch der Hobby-Historiker Maike und Ronald Holst aus dem Hamburger Stadtteil Blankenese. Sie fanden bei Recherchen zu ihrem Buch „Blankeneser Frauen“ eine Karte mit einer Geburtsanzeige, in der „Otto Lagerfeld und Frau Elisabeth, geb. Bahlmann“ die Geburt ihres Sohnes bekanntgeben. An der Karte ist mit einem blauen Seidenschleifchen ein kleines Extra-Kärtchen befestigt. Auf dieser steht: „Karl Otto“ und darunter „Sonntag, 10. September 1933“.[8] Das Ehepaar Otto und Elisabeth Lagerfeldt erwarb 1934 das fast 500 Hektar große Gut Bissenmoor bei Bad Bramstedt.[9] Die Familie siedelte dorthin um, kehrte jedoch 1939 nach Hamburg zurück. Als Hamburg während des Zweiten Weltkriegs 1944 durch Bombardements verwüstet wurde, ließen sich die Eheleute Lagerfeldt mit ihren Kindern erneut in Bad Bramstedt nieder. Karl Lagerfeld besuchte dort mehrere Jahre die Jürgen-Fuhlendorf-Schule, bevor die Familie ihren Wohnsitz 1949 abermals nach Hamburg verlegte. Seinen Schulbesuch setzte Lagerfeld für zwei Jahre an der Bismarckschule fort. Gemeinsam mit seiner Mutter verließ er Deutschland 1953 und zog nach Paris. Nachdem er zunächst an einer Privatschule und am Lycée Montaigne unterrichtet worden war, arbeitete er im Anschluss als Illustrator im Modebereich. Seine eigentliche Karriere als Modedesigner begann 1955 bei Pierre Balmain, siehe Abschnitt Mode. Lagerfeld lebt und arbeitet in Paris. Außerdem unterhält er Wohnungen in Monte Carlo, Rom und New York. Seine Villa im Hamburger Stadtteil Blankenese hat er verkauft,[10] ebenso sein Schloss in der Bretagne.[11] Seit dem Tode seines 1983 an AIDS erkrankten Partners Jacques de Bascher im Jahr 1989 lebt Lagerfeld nach eigenen Angaben bevorzugt allein.[12][13][14][15] Er entließ im Jahr 2008 Personal, sodass für ihn lediglich ein Zimmermädchen, zwei Chauffeure[16] und ein Koch rund um die Uhr zur Verfügung stehen.[17] Lagerfeld gilt als äußerst disziplinierter Workaholic mit einer hohen Allgemeinbildung.[18] Seine Privatbibliothek umfasst laut eigenen Angaben ca. 300.000 Bücher.[19] Im Jahr 1999 eröffnete er in Paris seinen eigenen Buchladen 7L sowie 2000 seinen eigenen Verlag Edition 7L. Im Jahr 2010 gründete Karl Lagerfeld zusammen mit Gerhard Steidl den LSD-Verlag (Lagerfeld, Steidl, Druckerei Verlag). Karl Lagerfeld ist Programmchef des Verlages.[20][21] Markenzeichen Lagerfelds ist neben seinem weiß gepuderten Haarzopf (ein ungeflochtener Pferdeschwanz), den er seit 1976 trägt, auch eine dunkle Sonnenbrille, die seinen Sehfehler korrigiert.[22][23] Bis Anfang der 2000er Jahre und vor allem während der 1980er und 1990er Jahre war der Designer zudem bei öffentlichen Auftritten mit einem Handfächer zu sehen.[24][25] Seine eigene Kleidung besorgte sich Lagerfeld, der nach de Baschers Tod stetig an Gewicht zugenommen hatte, damals vorwiegend bei japanischen Designern wie Matsuda, Comme des Garçons oder Yohji Yamamoto.[26][27] Seit 1. November 2000 hat Lagerfeld durch die von einem französischen Arzt erdachte 3D-Diät (Designer, Doktor, Diät) innerhalb von 13 Monaten ca. 42 kg Gewicht verloren. Grund seien die schmal geschnittenen Dior-Homme-Anzüge des Designer-Kollegen Hedi Slimane gewesen, die er gerne tragen wollte. Auch heute noch gibt Lagerfeld Eitelkeit als Motiv für seine Ernährungsgewohnheiten an: „Ich trage enge Anzüge, damit ich nicht zunehmen kann. Mein einziger Ehrgeiz ist es, weiterhin bei Dior Größe 48/46 tragen zu können.“[28] Zudem präsentiert sich Lagerfeld seit Mitte der 2000er Jahre gerne in halboffenen Autofahrer-Handschuhen, engen Vatermörder-Hemdkrägen, Silberschmuck der Marke Chrome Hearts und engen Hosen oder Jeans.[29][30][31] Mode Lagerfeld auf der Berlinale 2007 Mit einem Wollmantel gewann Lagerfeld 1955 einen Preis in einem Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats IWS. Daraufhin bekam er eine Stelle als Assistent bei Pierre Balmain, der Juror des Wettbewerbs gewesen war. Der damals für das Haus Dior arbeitende Yves Saint Laurent gewann im selben Wettbewerb den Preis in der Kategorie ‚Abendkleid‘.[32] Lagerfelds Wollmantel ging später bei Balmain in Produktion. 1958 wechselte er zu Jean Patou und war dort von 1958 bis 1963 Künstlerischer Direktor. Nach Ablauf seines Exklusivvertrags bei Patou war Lagerfeld freiberuflich für Modefirmen wie Mario Valentino, Krizia und die Discounter-Kette Monoprix[33] tätig. 1964 begann er ein Kunststudium, das er nach drei Jahren aufgab. Aus der anfänglichen Freundschaft zwischen Lagerfeld und Saint Laurent entwickelte sich über die Jahre Rivalität.[34][35] Bereits ein Jahr zuvor, 1963, war er als künstlerischer Direktor zu Chloé gewechselt, entwickelte dort bis 1978[36] Kollektionen und verließ das Unternehmen nach Unstimmigkeiten mit den Eigentümern. In den 1960er Jahren experimentierte Lagerfeld mit Elementen des Art Déco in seiner Mode.[37] Auch privat war Lagerfeld ein Anhänger des Art Déco und häufte über die Jahre eine immense Sammlung an Einrichtungsgegenständen dieser Epoche an.[38][39] Weltweite Anerkennung brachte ihm bei Chloé 1972 die Deco-Kollektion ein, die aus Schwarz-Weiß-Drucken mit geschicktem, asymmetrischem Schnitt bestand.[40] Seit 1965 entwirft Lagerfeld noch für das italienische Pelz- und Modeunternehmen Fendi, das heute allerdings vollständig zum Luxusgüterhersteller LVMH gehört. Parallel nahm er weiterhin Design-Aufträge für andere Unternehmen an, wie bspw. für die damals von dem texanischen Milliardär Evan Richards von Rom aus auf den amerikanischen Markt gebrachte Modemarke Tiziano Roma.[41] Aus diesen Zeiten rührt die Freundschaft Lagerfelds mit Modeschöpfer-Kollege Valentino Garavani.[42] 1974 gründete Lagerfeld in Deutschland unter dem Namen Karl Lagerfeld Impression sein erstes eigenes Unternehmen.[43] In den Jahren 1978–1983 war Lagerfeld selbständig für verschiedene Unternehmen tätig. Im Januar 1983 wechselte er als künstlerischer Direktor zu Chanel, wo er 1984 auch Chefdesigner der Kollektion und insbesondere der Prêt-à-Porter-Sparte wurde. Lagerfeld verhalf durch moderne, bisweilen unkonventionelle Interpretationen des Erbes von Coco Chanel der damals etwas angestaubten Modemarke für ältere Damen wieder zu ihrem alten Glanz und trug durch den Ausbau der Kollektionen maßgeblich dazu bei, dass Chanel heute auch bei jungen Frauen zu den tonangebenden Top-Marken in der hochpreisigen Damenmode zählt. Kritiker bemängeln bisweilen, dass Lagerfeld – wenngleich mit immensem finanziellen Erfolg für das Haus Chanel – lediglich die Ideen von Coco Chanel zeitgemäß umsetzt, statt die Marke mit etwas Eigenem zu bereichern.[44] Von 1992 bis 1997 war Lagerfeld auch wieder für Chloé als Chefdesigner tätig, bis er von Stella McCartney abgelöst wurde. Von 1980 bis 1984 war Lagerfeld als Gastprofessor der Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig; seine Nachfolgerin war Jil Sander. Daneben gründete er 1984 mit dem französischen Textilhersteller Bidermann sein eigenes Label Karl Lagerfeld, das für extravagante Strickmode bekannt wurde, allerdings nicht profitabel war. Später, 1987, kaufte der französische Luxusgüterkonzern Cora-Revillon die Rechte der Marke, welcher 1992 wiederum von Dunhill aufgekauft wurde und nach einer Fusion mit Cartier in der Vendome-Gruppe (dem späteren Richemont-Konzern) aufging. Vendome liquidierte die Marke Lagerfeld nach schlechten Umsätzen sowie hohen Verlusten und gab die Markenrechte 1997 an Lagerfeld zurück. Dieser startete 1998 unter dem Namen Lagerfeld Gallery und zunächst einer kleinen, selbst kreierten Damenkollektion neu. Es wurden mithilfe von Andrée Putman in Paris (40, Rue de Seine) und Monaco Lagerfeld-Gallery-Boutiquen eröffnet, in denen Lagerfelds exklusive Mode neben ausgewählten Artikeln von Fendi sowie Büchern und Fotografien verkauft wurde. Die Damenkollektionen wurden ab 1999 bei den Modenschauen in Paris präsentiert. Für Damen gab es ab 2002 unter dem Namen Lagerfeld Gallery by Diesel zudem eine Kooperation mit dem italienischen Jeans-Hersteller Diesel.[45] Bis Mitte der 2000er Jahre existierte von der Marke Lagerfeld Gallery auch Männermode,[46] die ebenso in Paris vorgeführt wurde. Bereits 1988 war die Zweitlinie KL by Karl Lagerfeld zusammen mit der Steilmann-Gruppe lanciert worden, welche die Zusammenarbeit allerdings 1995 einstellte. 1996 begann Lagerfeld eine Kooperation mit Quelle und bot die Damenkollektion KL by Karl Lagerfeld bis 1999 im Quelle-Katalog an. 1999 ging die Lizenz für die Lagerfeld-Damenkollektion an die Miltenberger FD Fashion Design, die bereits seit 1989 die weltweite Lizenz (außer für Japan und die USA) für die Herrenkollektion hielt. Lagerfeld mit seinem Bodyguard Sébastien Jondeau, der bisweilen auch als Model fungiert, 2008 Lagerfeld gilt als der Entdecker des ehemaligen Top-Models Claudia Schiffer, seiner zeitweiligen Muse, die 1993 in einem von Lagerfeld mit Koranversen bestickten Mieder auf einer Modenschau einen Skandal provozierte. Zuvor war Inès de la Fressange seine Muse, jedoch gingen Lagerfeld und sie 1989 auseinander. Zu Lagerfelds zahlreichen anderen Musen gehören die männlichen Models Brad Kroenig[47] und Baptiste Giabiconi[48] sowie die weiblichen Models Toni Garrn,[49] Freja Beha Erichsen,[50] Lara Stone[51] und Daria Werbowy. Die Sängerinnen Beth Ditto und Florence Welch[52] sind ebenfalls Lagerfelds Musen. Im November 2004 erregte Lagerfeld durch seine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Discount-Modefilialisten Hennes & Mauritz (H&M) Aufsehen, für den er eine kostengünstige Mode-Kollektion mit 20 Artikeln für Damen und zehn für Herren sowie ein Parfüm namens Liquid Karl entwarf.[53][54][55][56][57] Lagerfeld war H&Ms erster Design-Kooperationspartner, ihm folgten unter anderem Stella McCartney (2005), Vikor & Rolf (2006), Roberto Cavalli (2007), Comme des Garçons (2008), Matthew Williamson (2009), Jimmy Choo (2009), Lanvin (2010), Versace (2011) und Marni (2012). 2005 kaufte der US-Modekonzern Tommy Hilfiger die Marke Lagerfeld inklusive aller Lizenzen für 27,5 Mio. $. Die hochpreisige Pariser Kollektion Lagerfeld Gallery für Damen wurde umbenannt in Lagerfeld Collection und ab 2006 durch zwei jüngere, preiswertere Labels – Karl Lagerfeld für Damen sowie KL Lagerfeld für Herren – komplementiert, die sich am Stil der New Yorker Modeszene orientieren. Die Lagerfeld-Gallery-Mode für Herren wurde eingestellt. Lagerfeld Collection wurde von Lagerfeld selbst in Paris designt; um die Marke Karl Lagerfeld kümmerte sich ein Hilfiger-Designteam in New York. Die Kollektionen wurden auf den Modenschauen in New York gezeigt. Mitte 2006 beschloss die Tommy Hilfiger Corp., selbst erst Ende 2005 vom britischen Finanzinvestor Apax Partners aufgekauft,[58] die Lagerfeld-Kollektionen in den USA nicht mehr zu vertreiben und die Zweitlinie Karl Lagerfeld für Damen einzustellen.[59][60] Die Lagerfeld-Gallery-Boutiquen in Paris und Monaco wurden geschlossen. Die Hauptkollektion Lagerfeld Collection wurde schließlich umbenannt in Karl Lagerfeld und bei den Modenschauen in Paris gezeigt. 2007 wurde die Fertigung der Hauptkollektion Karl Lagerfeld an das italienische Unternehmen Vaprio Stile vergeben. Ebenfalls 2007 lancierte Tommy Hilfiger die Brückenkollektion K Karl Lagerfeld für Damen und Herren für den europäischen Markt und Kanada, die mit Beschluss von 2009 zum Frühjahr 2010 wieder eingestellt wurde.[61] Die Lizenz-Herrenkollektion, immer noch von FD Fashion Design gefertigt, hieß seither schlicht LAGERFELD. Im März 2010 wurde die Marke Tommy Hilfiger von Apax Partners an Phillips-Van Heusen, einen amerikanischen Bekleidungshersteller, zu dem u. a. die Marke Calvin Klein gehört, verkauft. Die Marke Karl Lagerfeld war nicht Teil dieses Verkaufs und blieb im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Apax Partners.[62] Im September 2010 sagte Lagerfeld die für den 3. Oktober während der Pariser Schauen geplante Modenschau seines Labels Karl Lagerfeld ab.[63][64] Die Damen-Modenschau im März 2010 in Paris (Saison Herbst/Winter 2010/11) war damit die vorerst letzte des Lagerfeld-Labels. Lagerfeld wollte die Zeit stattdessen nutzen, um sich auf die Entwicklung einer neuen – vorwiegend aber nicht ausschließlich für Damen konzipierten – Marke namens Karl zu konzentrieren, die im niedrigpreisigeren ‚Masstige‘-Segment (Kunstwort aus ‚Masse‘ und ‚Prestige‘, quasi ‚Prestige für die Massen‘) angesiedelt sein werde.[65][66] Die Karl-Damenmode, ursprünglich für Herbst/Winter 2011 geplant, wurde ab Ende Januar 2012 unter der Regie von Apax Partners zunächst nur online, dann auch im Einzelhandel verkauft.[67] Der Launch der Herrenmode des Labels Karl begann mit der Herbst-Kollektion 2012 und ergänzt die weiterhin von FD Fashion Design entworfene LAGERFELD-Herrenlinie.[68] Zudem kam in Lizenz-Zusammenarbeit mit Ittierre ab Herbst/Winter 2012 eine höherpreisige Hauptkollektion namens Karl Lagerfeld Paris für Damen und Herren auf den Markt, die nicht nur online, sondern auch in Ladengeschäften verkauft wird.[69] Kollektionen Von Karl Lagerfeld jährlich kreierte Mode-Kollektionen (Stand August 2012): Karl Lagerfeld (bis zu zehn Kollektionen pro Jahr) Chanel (acht Kollektionen) Fendi (zwei Kollektionen) seit Anfang 2012: Karl (Damen-Konfektion, Frühling/Sommer und Herbst/Winter) seit Mitte 2012: Karl (Herren-Konfektion, F/S und H/W) seit Mitte 2012: Karl Lagerfeld Paris (Designer-Damen-Konfektion, F/S und H/W) seit Mitte 2012: Karl Lagerfeld Paris (Designer-Herren-Konfektion, F/S und H/W) LAGERFELD (Herren-Konfektion in Lizenz, F/S und H/W) bis 2011: Karl Lagerfeld (Damen-Konfektion, F/S und H/W) Haute Couture (Damen-Maßkollektion im obersten Preissegment, F/S und H/W) Prêt-à-porter (Damen-Konfektion, F/S und H/W – je Saison Vor- und Hauptkollektion) Cruise/Resort (Croisière) (Damen-Saisonkonfektion mit Frühlingsmode zur Winterzeit) Métiers d’art (Damen-Saisonkonfektion mit Herbstmode zur Sommerzeit)[70] Prêt-à-porter (Damen-Konfektion, F/S und H/W, Co-Design mit Silvia Fendi) Die wichtigsten Modefirmen, für die Karl Lagerfeld als Designer tätig war oder noch ist: 1955–1958: Pierre Balmain 1958–1963: Jean Patou 1963–1978, 1992–1997: Chloé 1965–heute: Fendi 1974–heute: Karl Lagerfeld 1983–heute: Chanel 2004: Hennes & Mauritz (H&M) Kollaborationen und Projekte Karl Lagerfeld mit einer Kuckucksuhr des Street-Art-Künstlers Stefan Strumbel 2008 kreierte Lagerfeld einen Steiff-Teddybären im typischen Lagerfeld-Outfit, der in den USA für 1500 $ verkauft wurde.[71] Im Anfang 2008 vorgestellten Videospiel Grand Theft Auto IV ist Lagerfelds Stimme als Radiomoderator des fiktiven Senders K109 zu hören.[72][73] Ab Mitte 2008 war Lagerfeld in das Design einer ganzen Insel namens Isla Moda samt Wohnungen, Hotels und Geschäften vor der Küste Dubais nahe The World involviert.[74][75] Das Projekt war bis Ende 2010 nicht verwirklicht worden, und Lagerfeld zog sich als Designer zurück.[76] Der italienisch-amerikanische Spielzeughersteller tokidoki produzierte Ende 2009 eine Lagerfeld nachempfundene, 25 cm große Spielzeug-Figur in einer Stückzahl von 1000 Exemplaren, die für je € 129 verkauft wurden.[77][78][79] Ende 2009 kollaborierte Lagerfeld mit dem französischen Helm-Hersteller Les Ateliers Ruby und entwarf einige Motorradhelm-Modelle und einen Seiden-Schal.[80][81] Für den Limonaden-Hersteller Coca-Cola entwarf Lagerfeld Anfang 2010 eine Flasche der Sorte Coca-Cola Light, die in limitierter Stückzahl für 3,50 Euro erhältlich war.[82][83] Im Juni 2010 betätigte sich Karl Lagerfeld im Eulenspiegel-Satiremagazin als Karikaturist.[84] Mitte 2010 nahm Lagerfeld für einen Tag die Position des Chefredakteurs der französischen Tageszeitung Libération ein und gestaltete dafür einige Karikaturen.[85][86] In Deutschland gestaltete Karl Lagerfeld die Ausgabe der Wochenzeitung Welt am Sonntag vom 1. Dezember 2013 mit eigenen Fotos, Texten und Farbillustrationen. Für die Herbst-/Winter-Saison 2010 präsentierte der Schmuckhersteller Swarovski von Karl Lagerfeld für Atelier Swarovski entworfene Armreife, Halsketten und Broschen.[87][88] Der italienische Schuhhersteller Hogan, der zur Tod’s-Gruppe um Diego della Valle gehört, präsentierte im Oktober 2010 eine einmalige Design-Zusammenarbeit mit Karl Lagerfeld über sechs Entwürfe in den Bereichen Schuhe, Kleidung und Accessoires für Damen für die Saison Frühjahr 2011.[89][90][91] 2011 wurde die Zusammenarbeit mit Lagerfeld für eine Herbst/Winter Kollektion bei Hogan erneuert.[92] Ab 31. August 2011 wurde in den USA im Rahmen einer Kooperation mit der amerikanischen Kaufhaus-Kette Macy’s für deren IMPULSE-Designerkollektionen einmalig von Karl Lagerfeld als limitierte ‚capsule collection‘ entworfene Damenmode im niedrigen Preissegment angeboten.[93][94][95] Für Madonna entwarf Lagerfeld die Bühnenoutfits ihrer „Re-Invention“-Tour. Karl Lagerfeld war ebenfalls für Kylie Minogue tätig.[96] Parfüm Schon im Jahr 1975 erschuf Lagerfeld zusammen mit Chloé das Parfüm Chloé for Woman, das für seinen blumigen Duft bekannt ist. In Zusammenarbeit mit Fabergé, ab 1989 Unilever und ab 2005 Coty, kreierte Karl Lagerfeld im Laufe der Zeit verschiedene weitere Düfte unter seinem eigenen Namen: im Jahr 1978 brachte Lagerfeld den Herrenduft Lagerfeld auf den Markt, 1982 folgte KL (Damen) und 1986 KL Homme (eingestellt). 1990 kam der Herrenduft Lagerfeld Photo heraus, 1994 der Damenduft Sun Moon Stars. Es folgten 1997 Jako (Herren) sowie Lagerfeld Femme (2000) und LAGERFELD MAN (2002). 2004 entwarf er speziell für H&M das Parfüm Liquid Karl. 2008 wurde die Kapsule-Unisex-Kollektion lanciert (Woody, Light und Floriental). Kostümbildnerei Lagerfeld war wiederholt als Kostümbildner für Theater und Oper tätig, etwa 1978 in Genua (Der grüne Kakadu/Komtesse Mizzi von Arthur Schnitzler, Regie Luca Ronconi); 1980 am Wiener Burgtheater (Komödie der Verführung von Arthur Schnitzler, Regie Horst Zankl, Bühnenbild Hans Hollein) sowie beim Maggio Musicale in Florenz (Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach, Regie Ronconi); 1982 an der Mailänder Scala (Les Troyens von Hector Berlioz, Regie Ronconi, Bühnenbild Ezio Frigerio); 1990 bei den Salzburger Festspielen (Der Schwierige von Hugo von Hofmannsthal, Regie Jürgen Flimm, Bühnenbild Erich Wonder; er übersiedelte später nach Wien ans Burgtheater). Fotografie Neben der Mode und der Kostümbildnerei entdeckte Lagerfeld 1987 die Fotografie als neues Betätigungsfeld. 1996 erhielt er für seine Arbeiten den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie.[97] Vom 11. November 2006 bis 18. Februar 2007 wurden 350 Fotografien und Multimedia-Installationen Lagerfelds in der Berliner Galerie C/O Berlin ausgestellt. Unter dem Titel One Man Shown zeigten sie alle das US-amerikanische Fotomodell Brad Kroenig, das der Designer entdeckt und gefördert hatte. Die klassischen Schwarzweiß-Porträts, die in einem Zeitraum von dreieinhalb Jahren entstanden und sowohl Modeaufnahmen als auch Aktfotografien einschlossen, waren beim Publikum erfolgreich. Die Kritik reagierte verhalten und teilweise ablehnend auf die fotografischen Studien Lagerfelds. Während das Magazin Der Spiegel die Gleichförmigkeit der Bilder anprangerte und attestierte, dass der Modeschöpfer auch Langeweile perfekt verkaufen könne,[98] kritisierte der US-amerikanische Star-Fotograf David LaChapelle Lagerfeld als „Dilettanten“, welcher der Geschichte der Fotografie nichts Neues hinzuzufügen hätte.[99] Lagerfeld war u. a für die Werbekampagne der Champagnermarke Dom Pérignon verantwortlich und arbeitete dabei wieder mit Claudia Schiffer zusammen. Für den Volkswagen-Konzern inszenierte er die Werbung für das Phaeton-Modell und ist ebenfalls im Werbefilm für eine Sonderedition des Golf zu sehen. Für die Märzausgabe 2011 des deutschen Playboy fotografierte er Natalia Wörner. Ausstellungen Karl Lagerfeld, Apolda, 23. April 2005 – 12. Juni 2005 One Man Shown, C/O Berlin, 11. November 2006 – 18. Februar 2007 Konkret Abstrakt Gesehen, Langen Foundation, Neuss, 18. November 2007 – 4. Mai 2008 Versailles à l’ombre du soleil, Paris, 11. Juni – 7. September 2008 Privates und Anderes Karl Lagerfeld, 2005 mit der bolivianischen Modedesignerin Monica Moss auf dem Festball des Roten Kreuzes in Monaco Am 15. Januar 2007 scheiterte Lagerfeld vor einem Pariser Gericht mit seiner Klage gegen „The Beautiful Fall“,[100] ein Buch aus der Modewelt, geschrieben von der Autorin Alicia Drake. Der Vorsitzende Richter konnte im Unterschied zu Lagerfeld keinen Angriff auf dessen Privatsphäre feststellen, da das Buch in Frankreich nicht verlegt wurde. Danach habe Lagerfeld alle englischen Ausgaben in Paris aufkaufen lassen.[101] Am 24. April 2008 wurde beim Donaufestival in Krems an der Donau (Österreich) als Auftragswerk das Musical „Lagerhouse“ uraufgeführt.[102] Im Panoptikum Hamburg steht seit 2012 eine Wachsfigur von Karl Lagerfeld.[103] Seine Privatbibliothek umfasst laut eigenen Angaben ca. 300.000 Bücher.[104] Mit einem Privatvermögen von etwa 350 Millionen Euro zählt Lagerfeld zu den 500 reichsten Deutschen.[105] Lagerfeld ist seit vielen Jahren sehr eng mit Prinzessin Caroline von Monaco befreundet.[106] Seine Hauskatze Choupette (* 2011) verfügt über einen von Lagerfeld autorisierten Twitter-Account und war im Juli 2013 zusammen mit Linda Evangelista auf dem Cover der deutschen Vogue zu sehen. Im Winter 2013 kam eine nach Choupette benannte Accessoire-Kollektion auf den Markt.[107] Kritik Lagerfeld gerät immer wieder in die Kritik, weil er sehr dünne bis dürre Models bevorzugt und für seine Kollektionen engagiert. Er spricht sich gegen ein Laufstegverbot für zu dünne Models aus.[108] Ebenfalls für negative Schlagzeilen sorgte 2004 eine Bemerkung zu einer Kollektion für die Modekette H&M. Das Unternehmen bot die Kleidung auch in größeren Varianten an, worauf Lagerfeld sagte: „Was ich entworfen habe, ist eine Mode für schmale, schlanke Leute. Das war die ursprüngliche Idee.“[109] Auszeichnungen 1985: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 1989: Bambi 1993: Lucky Strike Designer Award der Raymond-Loewy-Stiftung 1996: Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie 2005: Bambi 2008: Elle Fashion Star Award – Kategorie Platinum für sein Lebenswerk 2010: Kommandeur der französischen Ehrenlegion[110] Literatur Gero von Boehm: Karl Lagerfeld. 30. Juli 2005. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S. 459–468. Alicia Drake: The Beautiful Fall. Fashion, Genius and Glorious Excess in 1970’s Paris. Bloomsbury Publishing, London 2006, ISBN 0-7475-7037-X; Back Bay Books, New York 2007, ISBN 978-0-316-00185-4 (beschreibt die Beziehung zwischen Lagerfeld und Yves Saint Laurent vor allem in den 1970er-Jahren). Arnaud Maillard: Karl Lagerfeld und ich − 15 Jahre an der Seite des Modezaren. Heyne, München 2009, ISBN 978-3-453-60121-5. Paul Sahner: Karl. mvg Verlag, München 2009, ISBN 978-3-86882-015-7. (Leseprobe, PDF-Datei, 122 kB) Literatur von und über Karl Lagerfeld im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Filme Karl Lagerfeld: Lebens-Skizzen. Porträt, Frankreich, 2012, 55 Min., Buch und Regie: Loïc Prigent, Produktion: arte France, Erstsendung: 2. März 2013 bei arte [111] Fendi … vor der Show. Dokumentarfilm, Frankreich, 2009, 52 Min., Buch und Regie: Loïc Prigent, Produktion: arte France, Sundance Channel, Deralf, Story Box Press, Erstsendung: 14. Januar 2010 bei arte[112] Lagerfeld Confidential. Dokumentation, Frankreich, 2007, 88 Min., Buch und Regie: Rodolphe Marconi, Produktion: Grégory Bernard. Ein Kleid von Chanel. Reportage, Deutschland, 2006, 30 Min., Buch und Regie: Rita Knobel-Ulrich, Produktion: ZDF, Reihe: ZDF.reportage, Erstsendung: 12. Februar 2006 [113] Im Hause Chanel. (Originaltitel: Signé Chanel.) Doku-Soap in fünf Teilen, Frankreich, 2005, 130 Min., Regie: Loïc Prigent[114][115] Karl Lagerfeld – Mode als Religion, VOX [116]

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