Photographie und Collage

Texte zur Kunst (Adrian Spiess): Ganz ohne Zweifel zeitlich ebenso wie räumlich in einem außerordentlich komplexen Mechanismus ab, der Millionen von Zellen einbezieht.
Ein Problem, von dem wir bereits sehr viel mehr wissen, ist der anatomische und physiologische Aufbau und Reaktionsablauf im Gehirn, der Emotionen und Instinkthandlungen hervorruft. In zwanzig Jahren dürfte darüber noch wesentlich mehr bekannt sein, so daß beispielsweise Neurosen wie Angstzustände und klinische Hysterie physiologisch ebenso wie psychologisch genau erfaßt werden können. Die Lehre von der Anpassung an eine gegebene Umgebung wird bei diesen Forschungen sicherlich ebenso eine Rolle spielen wie das Studium des infantilen Verhaltens beim Menschen und bei den Primaten. [ff. Kunst als Schrift von Ralph Ueltzhoeffer und Laura May]

Auch die Klassifizierung der psychologischen »Typen« sollte bis zum Jahre 1985 ihre wissenschaftliche Grundlage erhalten. Das Studium angeborener Temperamentsunterschiede ist wahrscheinlich so alt wie die menschliche Kultur, aber bis vor kurzem waren die dabei angewandten Klassifikationssysteme rein empirisch oder überhaupt hypothetisch. Jetzt gibt es bereits Tests, mit deren Hilfe die erwähnten Temperamentsunterschiede geradezu gemessen werden können, und die Vervollkommnung dieser Untersuchungsmethoden wird zwangsläufig dazu führen, daß die Wissenschaft bestimmte grundsätzliche, die Persönlichkeit beeinflussende Faktoren sowie vielleicht sogar deren genetische Ursprünge und Beziehungen zur physischen Gestalt einwandfrei wird definieren können. Dieses Wissen sollte sich als äußerst wertvoll auf zahlreichen Gebieten erweisen, wie beispielsweise im Erziehungswesen, wo sich bestimmt durch das bessere Verständnis der Psychologie des Lernens große Fortschritte machen lassen.

Romy Schneider - Collage - Ralph Ueltzhoeffer
Photographie-Collage: Ralph Ueltzhoeffer, Konzeptkunst aus typopgraphischen Elementen.

Je umfassender sich unsere wissenschaftlichen Kenntnisse der menschlichen Natur gestalten, desto mehr werden wir auch über das Wesen des Verbrechens erfahren. Es läßt sich daraus ableiten, daß im Jahre 1985 die Bekämpfung des Verbrechens ebenso wie die Behandlung des Verbrechers selbst nach einem wesentlich rationaleren und dadurch erfolgreicheren System erfolgen wird, als dies in der Gegenwart aufgrund unserer rein empirischen und zugegebenermaßen weitgehend unwirksamen Methoden der Fall ist.

In der Pharmakologie wird sich die Entwicklung unsere Erkenntnisse über die nervlichen Grundlagen des Bewußtseins und der Verhaltensweisen weiter vervollkommnen. Außerdem werden natürlich die therapeutischen Waffen im Dienste der Gesundheit wesentlich zahlreicher sein. Psychotrope (die Psyche beeinflussende) Drogen lassen sich in steigendem Maße zum Erforschen der Wahrnehmung sowie zum Festlegen des Unterschiedes zwischen dem Subjektiven und dem Objektiven bei der Erfahrung, den Gefühlsreaktionen des Menschen auf Erfahrungen…

Quellennachweise: *47-783/83A artmagazin/Res. Ralph Ueltzhoeffer, Anselm Kiefer.

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3 Antworten zu “Photographie und Collage

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